Anabole Steroide – die schädliche Seite von Leistungssport
Wer Sport nicht nur mag, sondern ihn bereits als Kind liebt, beginnt wahrscheinlich irgendwann mit Leistungssport. Sport ist etwas Gutes und Leistungssport bildet da keine Ausnahme, sofern man die körperliche Leistungsstärke nicht durch Methoden steigert, die vielleicht kurz- und mittelfristig Höchstleistungen ermöglichen, langfristig aber schaden und die Fitness sowie die Gesundheit in späteren Lebensjahren deutlich reduziert. Es gibt eigentlich immer mehrere Wege und/oder Hilfsmittel, um die eigene Leistungsstärke zu steigern: positive und eher schädliche. Nimmt man etwa den Muskelaufbau, beispielsweise für Kraftsportarten, können Substanzen wie das körpereigene Creatin die Bildung von Muskeln unterstützen. Creatin ist die gute Variante. Verbotene Anabolika sind die schlechte!
Anabole Steroide – wann Leistungssport schadet!
Viele anabole Steroide sind Derivate des männlichen Sexualhormons Testosteron. Sie sorgen dafür, dass die Muskeln wachsen, ohne dass zugleich Körperfett eingelagert wird. Gewichtheber, Hammerwerfer und Bodybuilder – bei all diesen und weiteren Sportarten gab es Sportler, die auf anabole Steroide gesetzt haben. Allerdings können die Stoffe bekanntermaßen nicht unerhebliche Nebenwirkungen haben. Männer können verweiblichen, eventuell Erektionsprobleme bekommen, Frauen vermännlichen. Bluthochdruck, schlechte Leberwerte, Depressionen können Folgen sein, zudem scheint sich Anabolika auch negativ auf Herz und Kreislauf auszuwirken. Insbesondere bei andauernder Zufuhr anaboler Steroide kann es zu schweren gesundheitlichen Problemen kommen. Ein erstes Verbot von Anabolika im Leistungssport wurde deshalb bereits 1974 ausgesprochen. Etwa zehn Jahre später wurde auch Testosteron-Doping verboten.
Berühmte Sportler nahmen anabole Steroide. Manche starben!
Der vielleicht berühmteste Sportler, den anabole Steroide zum Sieg geführt und später zu Fall gebracht haben, ist der kanadische Sprinter Ben Johnson. Er lief 1988 einhundert Meter in 9,79 Sekunden und gewann in Weltrekordzeit. Der Doping-Nachweis wurde zwei Tage später erbracht. Johnsons Sieg war zunichte gemacht worden. Ihn kostete die Einnahme anaboler Steroide die Sportlerkarriere. Andere verloren ihr Leben. So starb etwa der ehemalige Hammerwerfer Detlef Gerstenberg aus der ehemaligen DDR im Jahr 1993: Spätfolgen der Einnahme anaboler Steroide gelten als wahrscheinliche Ursache. Als das Magazin „Spiegel“ über den Fall berichtete, nannte es weitere Sportler, bei denen ein begründeter Verdacht bestand, dass sie als Folge der Einnahme anaboler Steroide gestorben waren:
- etwa Gintas Gidreitis, den sowjetischen Ruderer, der mit 26 an einer Herzlähmung starb,
- oder Pall Sigmarsson. Der isländische Gewichtheber starb mit 32 an Herzversagen wie sein belgischer Kollege Serge Reding mit 34.
Ein heute gelöstes Problem von gestern scheinen anabole Steroide nicht zu sein. Noch zu Beginn des Jahres 2011 zitierte die Onlineausgabe der Zeitung „Welt“ nicht näher benannte Dopingexperten mit der Aussage, dass alleine im deutschen Kraftsport 200.000 bis 400.000 „Konsumenten anaboler Wirkstoffe“ existieren und dass laut Deutscher Gesellschaft für Urologie (DGU) viele Stoffe im Umlauf wären, die „die klinische Medizin aufgrund des verschärften Arzneimittelgesetzes nicht mehr verordnen dürfe“.
Weg mit schädlichen Stoffen!
Was für den Leistungssport gilt, gilt auch für den Breitensport. Manch ein Freizeitsportler hat noch nie Giftstoffe wie Nikotin zu sich genommen oder zumindest die Tabakzigarette gegen die weitaus unschädlichere E-Zigarette ausgetauscht, deren Liquids fast keinen der Schadstoffe des Tabaks und oftmals auch kein Nikotin enthalten. Er ernährt sich weitgehend gesund, denkt aber zugleich, er müsse als Sportler Substanzen zu sich nehmen, die die gesundheitsfördernde Wirkung des Sports eventuell komplett wieder zunichte machen. „Weg mit schädlichen Stoffen“ sollte daher auch heißen: Weg mit schädlichen Stoffen, die kurz- oder gar mittelfristig die Leistung steigern, aber oftmals ein immenses Gesundheitsrisiko bedeuten.





